Gute Pflege braucht starke Pflegeberufe in allen Bereichen! Mit dem Neubau des Krankenhauses in Schleswig haben wir die Gesundheitsregion gestärkt und die Versorgung der Menschen im Kreis Schleswig- Flensburg gesichert. Jetzt braucht Schleswig noch ein Hospiz!

Immer mehr Menschen werden immer älter. Das ist gut so. Eine gesellschaftliche und politische Herausforderung, die wir zum Wohle der Menschen gerne meistern wollen.

Damit junge Menschen den Pflegeberuf ergreifen und ihn auch dauerhaft ausüben können und wollen, bedarf es guter Rahmenbedingungen. Dafür machen wir uns weiterhin stark! Eine kostenfreie und moderne Ausbildung in allen Gesundheitsberufen ist genauso wichtig, wie verlässliche, attraktive Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung.

Wir werden die Pflegeberufe weiter stärken, um eine menschenzugewandte, würdevolle und fachlich qualifizierte Pflege bis ans Lebensende sicherstellen zu können. Das ist unser Ziel!

Dabei hat jeder seine Aufgabe: Politik, Arbeitgeber, Gewerkschaften, die Pflege selber und die Gesellschaft. Wir wollen ein breites Bündnis für die Pflege!

Unsere Haupt- und ehrenamtlichen stationären und ambulanten Hospizdienste, die Palliativ-Care Teams und die Gruppen, die sich um Trauerarbeit kümmern, leisten eine wunderbare und unverzichtbare Arbeit. Sie verdienen unseren tiefen Respekt. Sie kümmern sich mit maximaler menschlicher und fachlicher Zuwendung um sterbenskranke Menschen auf ihrem letzten Weg und begleiten die Angehörigen in ihrer Trauer. Diese Tätigkeit erfordert ganz viel Stärke, Mut, Professionalität, aber eben auch ein hohes Maß an Mitmenschlichkeit. Deshalb haben diejenigen, die sich hier engagieren unsere Aufmerksamkeit verdient!

Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist schon belastend genug für alle Beteiligten. Wenn die Zeit des Abschiedsnehmens dann aber auch noch von großer räumlicher Distanz geprägt ist, ist es eine zusätzliche organisatorische Belastung. Deshalb passen wir die Anzahl der stationären Hospizbetten und der Palliativbetten, auch für Kinder, dem tatsächlichen Bedarf an und achten darauf, dass eine wohnortnahe Versorgung gewährleistet ist.

6 stationäre Hospize mit z.Zt. 66 Betten reichen dafür nicht aus. Der Hospiz- und Palliativverband empfiehlt pro 1 Million Einwohner 50 Betten, das wären für Schleswig-Holstein mit 2,8 Millionen Einwohnern 140 Betten. Wir wollen diese Lücke schließen. Dafür haben wir in einem ersten Schritt 500.000 Euro für investive Maßnahmen zur Verfügung gestellt.

Zudem finanzieren wir eine landesweite Koordinierungsstelle, die u.a. die ehrenamtlichen Strukturen bei organisatorischen und verwaltungstechnischen Aufgaben entlasten soll, so dass die Aufmerksamkeit und Zuwendung denen gelten kann, die sie benötigen.

Der Charta für schwerstkranke und sterbende Menschen werden wir uns anschließen. Im Januar 2016 haben wir einen Runden Tisch Hospiz im Landeshaus durchgeführt. Diesen Runden Tisch Hospiz und Palliativversorgung wollen wir verstetigen.

Wir haben in den vergangenen Jahren viel für die Pflegeberufe getan und alle unsere Versprechen gehalten:

Wir haben 700 zusätzliche Ausbildungsplätze in der Altenpflege finanziert, damit ist die Altenpflegeausbildung in SH endlich gebührenfrei. Wir wollen, dass auch die Ausbildung der anderen wichtigen Gesundheitsberufe, z.B. der Therapeuten zukünftig gebührenfrei wird.

Wir werden eine zusätzliche Assistenzausbildung organisieren, um auch die jungen Menschen für die Pflege anzusprechen, die mit einem niedrigen Schulabschluss eine Ausbildung anstreben. Dabei ist uns die Durchlässigkeit der Berufe wichtig.

An der Uni Lübeck haben wir erstmalig in SH einen pflegewissenschaftlichen Studiengang eingerichtet und stärken somit den akademischen Teil der Pflege. Das werden wir ausbauen.

Als erstes Bundesland haben wir eine Pflegeberufekammer auf den Weg gebracht. Damit sind wir einer langjährigen Forderung aller Pflegeberufsverbände nachgekommen. Damit lassen wir zukünftig diejenigen über Pflege entscheiden, die am meisten davon verstehen, nämlich die beruflich Pflegenden selber! Wir unterstützen den Aufbau der Pflegekammer organisatorisch und finanziell.

Wir haben dafür gesorgt, dass der Landespflegerat im Landespflegeausschuss (SGB XI) und dem Gemeinsamen Landesgremium zur Entwicklung medizinischer Versorgungsstrukturen (SGB V) beteiligt wird.
Wir haben die Reduzierung überflüssiger Dokumentationspflichten vorangetrieben, damit ist mehr Zeit für die menschenzugewandte Pflege. Das Projekt werden wir fortsetzen.

Wir setzen uns für ein Pflegeberufegesetz auf Bundesebene ein, das eine dreijährige, kostenfreie generalistische, also gemeinsame Pflegeausbildung vorsieht. Sie schafft mehr Durchlässigkeit, steigert aufgrund vielfältiger Tätigkeitsfelder die Attraktivität des Pflegeberufes, sichert umfassend die Pflegequalität und findet endlich den internationalen Anschluss. Leider wird das gerade von der CDU blockiert.

Weiterhin machen wir uns stark für einen gesetzlichen Personalbemessungsschlüssel, der auf der Grundlage von bundesweit geltenden Pflegegraden auch bundesweite Personalzuordnungen zum Ziel haben muss, Dabei sorgen wir dafür, dass die Pflegeberufe maßgeblich an dessen Erarbeitung beteiligt werden.
In der Pflege gibt es immense Einkommensunterschiede bei gleicher Qualifikation. Auch hier gilt für uns: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Je höher der Personalschlüssel, desto besser ist die Patientensicherheit und Qualität der Pflege. Selbstverständlich sichern wir die qualitätsorientierte Fachkraftquote.

Um den weiteren Herausforderungen besonders im ländlichen Raum durch Wegfall von Infrastrukturen zu begegnen, werden wir die Rolle der Pflege in der Primärversorgung stärken.

Birte Pauls

Birte Pauls

Wahlkreis 5 Schleswig

Ich bin 1965 in Oersberg geboren. Nachdem ich einige Jahre in Kopenhagen gearbeitet habe, lebe ich seit 1997 mit meiner Familie in Schleswig. Ich habe 23 Jahre Berufserfahrung als Krankenschwester. Seit 1989 engagiere ich mich auch kommunalpolitisch für die SPD und bin seit 2009 Mitglied des Landtages. Ich bin u.a. zuständig für die Pflege, Minderheiten und deutsch- dänische Zusammenarbeit.